Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung in Hamburg
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Archiv

Zukunft des Hamburger Schulwesens

Mit den „Konsequenzen der neuen PISA-Studie für Hamburger Schulentwicklung“ hat sich die gleichnamige Enquêtekommission der Hamburgischen Bürgerschaft beschäftigt. Ihren Bericht und ihre Empfehlungen stellt das Referat Gesellschaft hier zur Verfügung. Eine notwendige Lektüre für alle, die sich für eine bessere Schule in Hamburg einsetzen.

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Starke Nachfrage bei der Verkehrserziehung

Wenn Gunter Bleyer die Grundschulkollegien zur Fortbildung in Verkehrserziehung einlädt, ist der Saal immer voll. 117 Gäste kamen zur Teilnahme an der Einführung des HVV-Materials für die Primarstufe 4. Klasse. Es erlebt inzwischen seine sechste Auflage. Der Blick zurück auf zehn Jahre Fortbildung in der Verkehrserziehung zeigt: es hat ein gewaltiges Umdenken stattgefunden. Die Verkehrserziehung erreicht alle, sie stellt die Zukunftsfragen unmittelbar am Alltagsverhalten und ist damit einer der wirksamsten Beiträge zur Bildung für nachhaltige Entwicklung. Unverzichtbare Basis ist dabei nicht nur der HVV, sondern auch die Polizei: Fachreferent Bleyer koordiniert 70 Polizeiverkehrslehrer.

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Globale Entwicklung: Neuer KMK-Orientierungsrahmen bietet wertvolle Impulse

Mit dem neuen Orientierungsrahmen Globale Entwicklung hat sich die Kultusministerkonferenz auf ein hochpolitisches Instrument verständigt, das bei der Verwirklichung strategischer Ziele der Unterrichts- und Schulentwicklung wertvolle Hilfe leisten kann. Gerade für den Einsatz in den gesellschaftlichen Fächern eröffnet das Opus Ansatzpunkte in Hülle und Fülle. Es eignet sich auch dazu, die Zusammenarbeit zwischen Fachkollegien zu flankieren – um das ganzheitliche Lernen in Aufgabengebieten, Profilen und Lernbereichen voranzubringen. Wenn man die Aussagen dieses Orientierungsrahmens in die aktuelle geopolitische Situation einordnet , wird sofort evident, wie klar er am Leitbild einer humanen, aufgeklärten Weltordnung orientiert ist.

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Mutige Menschen

Mit fünftausend Exemplaren einer Extra-Auflage des Sammelbandes „Mutige Menschen“ hat die Hamburger Stiftung Zivilcourage des früheren Bürgermeisters Dr. Klaus von Dohnanyi eine Initiative zur Werte- und Demokratieerziehung gestartet. Das Referat Gesellschaft ruft alle Lehrinnen und Lehrer in den gesellschaftlichen Fächern zur Beteiligung an der Aktion auf. Das Referat Gesellschaft wird die Erfahrungen mit dem Einsatz des Buches mit Hilfe eines Fragebogens auswerten, der bei der Abholung der Exemplare vom Info-Laden der Landeszentrale mit ausgegeben wird.
Die Sammlung von Kurzbiographien porträtiert Persönlichkeiten der Zeitgeschichte – von Frauenrechtlerinnen der Weimarer Republik, Kämpfern gegen den Nationalsozialismus und Gründerinnen von Bürgerinitiativen bis zu Kreuzberger Jungen, die für die Freiheitsrechte ihrer Schwestern eintreten. Die Beiträge stammen ihrerseits von namhaften Autorinnen und Autoren aus Politik, Literatur und Medien. Das Buch ist ab der 8.Klassenstufe einsetzbar – auch in Philosophie, Geschichte und Religion.
Bitte nennen Sie uns vor Ihrer Kontaktaufnahme mit der Landeszentrale Name, Schule, Tel.-Nr., E-Mail-Adresse und gewünschte Auflage. Alles Nähere – vor allem die Schritte zur Beschaffung der gespendeten Exemplare:

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Nachhaltig und demokratisch! Schule zukunftsfähig gestalten

Unter diesem Motto fand am 30. und 31. Januar 2007 eine gemeinsame Tagung der beiden BLK-Programme Transfer 21 (Bildung für nachhaltige Entwicklung) und Demokratie lernen & leben im Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung Hamburg statt. Der Einladung der Projektleiter Regina Marek und Wolfgang Steiner sowie des Projektkoordinators Charly Nobis waren rund 300 Bildungsakteure gefolgt: "Beide Programme haben das Ziel, Schülerinnen und Schüler als Subjekte ihres eigenen Lernens zu aktivieren sowie ihre demokratische Handlungskompetenz und ihre Bildung für nachhaltige Entwicklung zu fördern. Im Sinne der Initiative 'Hamburg lernt Nachhaltigkeit' zur UN-Dekade für nachhaltige Entwicklung (2005-2014) wollen wir die Transferstrategien bei-der Programme weiterentwickeln", hieß es in der Einladung zur Tagung.
Auf der Tagung ging es nicht mehr darum, zu klären, worin die Zukunftsfähigkeit von Schule besteht – denn darüber waren sich Veranstalter und Teilnehmer im Wesentlichen einig. Stattdessen bestand die Besonderheit der Tagung einerseits in der Zusammenführung zweier Säulen der internationalen Entwicklungsanstrengungen in der Bildung – der "educati-on for sustainable development" und der "civic education" – und andererseits im Fokus auf die komplizierte Aufgabe des Transfers von Entwicklungserfahrung. Gute Modelle, kluge Konzepte, gelungene Praxisbeispiele gibt es in Hülle und Fülle. Die Herausforderung besteht darin, die Konzepte und Instrumente der beiden Schulentwicklungsprogramme, die in den vergangenen Jahren an zahlreichen Schulen erprobt und institutionalisiert wurden und jetzt zusammengenommen eine umfangreiche Schatzsammlung an "good practices" bilden, zu verbreiten und im Regelsystem – also in allen Schulen – zu implementieren. Wie aber sieht ein gelungener Transferprozess aus? Wie vervielfältigt man "gute Schule"? Oder genauer: Wie bringt man Schulen – und Lehrer – dazu, sich zu verändern?

"Brücken in Europa" – EU-Projekttag 22. Januar 2007

Unter diesem Motto sind alle Hamburger Schulen aufgefordert, anlässlich des Tags der Übernahme der Ratspräsidentschaft durch Bundeskanzlerin Angela Merkel einen Projekttag zum Verständnis der Europäischen Union zu gestalten. Zur Information und Anregung für die Planung von Projekten zum Thema EU haben wir eine Linksammlung zusammengestellt, deren Spannweite vom fachlichen Informationsmaterial über Unterrichtsanregungen bis hin zu fertigen Arbeitspapieren für Schüler reicht.

Kreativ und selbstgesteuert lernen:

Ungefähr siebzig Oberstufen- und vierte KoordinatorInnen waren am 12. Oktober der Einladung des Referats Gesellschaft ans Li gefolgt. Bei der Eröffnung des Forums in der Aula des Landesinstituts hob Dr. Alfred Lumpe von der BBS die Möglichkeiten und Chancen der selbst gestellten Aufgabe hervor, in der Oberstufe zu mündigeren und zeitgemäßeren Lernformen zu kommen. Robert Schreiber – Fachreferent für Globales Lernen – stellte mit einer Powerpoint-Präsentation (Download unten) das Ergebnis einer Befragung der Koordinatoren dar. Wesentliches Anliegen des Li ist auch, in der neuen gymnasialen Oberstufe die Stellung der Aufgabengebiete zu stärken, die bisher immer in Gefahr waren, gegenüber den Fächern ins Hintertreffen zu geraten. In drei Workshops wurde dann am frühen Abend der Erfahrungsaustausch weiter im Detail betrieben. Nähere Informationen gern per E-Mail bei kurt.edler@li-hamburg.de abfragen.

»Wozu Schülerwettbewerbe?« Impulse für Bildung und Lernen. Fachtagung der Körber-Stiftung in Kooperation mit Demokratisch Handeln vom 30. November bis 1. Dezember 2006 im Hamburger KörberForum

Die Zahl der Schülerwettbewerbe in Deutschland ist in den letzten Jahrzehnten deutlich gestiegen. Neben den großen und bundesweit bekannten Wettbewerben hat sich ein fast unüberschaubares Feld von Initiativen entwickelt, die Kinder und Jugendliche zu besonderen fachlichen Leistungen, zu sozialem Engagement oder kreativen Tun anregen. Wettbewerbe wollen dabei das schulische wie auch außerschulische Lernen fördern. In welcher Weise sie Impulse zur Werteerziehung, zum handlungsorientierten oder wissenschaftspropädeutischen Arbeiten, zur ästhetischen Bildung und zur Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen geben steht im Mittelpunkt dieser Tagung.
Neben der Frage nach der Funktion von Schülerwettbewerben für Bildung und Lernen will die Tagung den jeweiligen Organisatoren und ehrenamtlichen Unterstützern aber auch die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch über zentrale Aspekte der Wettbewerbsdurchführung bieten: Wie können die Zielgruppen – Schüler, Lehrer, Öffentlichkeit – erreicht werden? Wie sichern Wettbewerbe die Qualität ihrer pädagogischen Arbeit? Welche Chancen bieten sie für die Schulentwicklung und -profilbildung?
Die Tagung richtet sich an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Ausrichter und Organisatoren der Wettbewerbe, an Verantwortliche aus Ministerien, Schulen, Fortbildungseinrichtungen und Fachverbänden, an die ehrenamtlichen Unterstützer von Schülerwettbewerben sowie an alle, die sich für die Weiterentwicklung der Wettbewerbskultur interessieren.

Kommentierte Linksammlung zum Libanonkrieg

Nicht nur im Politik- und Geschichtsunterricht – aber vor allem in diesen Fächern – wünschen sich viele Schüler eine Anleitung zum Umgang mit der verstörenden und beängstigenden kriegerischen Zuspitzung des Nahost-Konflikts, mit dem sie in den letzten Wochen in allen Medien konfrontiert wurden. Aktuelles "durchdidaktisiertes" Unterrichtsmaterial gibt es zu diesem Thema kaum, und was es gibt, ist eher enttäuschend[1]. Es bleibt dem Lehrer und der Lehrerin also nichts anderes übrig, als sich gemeinsam mit den Schülern an die Erforschung des Gegenstands zu machen. Das ist eine gute Gelegenheit, selbstgesteuertes Lernen und kooperative Unterrichtsformen anzuwenden. Dass dabei das Internet eine zentrale Rolle spielen muss, ist klar. Diese kommentierte Linksammlung soll beim Auffinden interessanter und relevanter Seiten im Internet helfen, die sowohl der Orientierung der Lehrkräfte als auch zur Information für Schülergruppen der Jahrgänge 10-13, sowie als Ausgangsmaterial für Diskussionen im Unterricht dienen können. Die Hyperlinks führen direkt zu den entsprechenden Texten bzw. Videos.



[1] Cornelsen-Verlag: Unterrichtsmaterial zum Libanonkrieg. Der dreiseitige Arbeitsbogen ist für den Einsatz in den Klassenstufen 9-13 gedacht und kann nebst einer Karikatur für 1,60 heruntergeladen werden; lehrerOnline hat Material für die Grundschule zusammengestellt.

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Schüler, Eltern und Lehrer entwickeln ihre Schule: Aushandlungsrunden und Schülerfeedback

Mehr als 80 Eltern, Lehrer, Schulleiter, Lehrerfortbildner und Schüler aus Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein und Niedersachsen kamen am 5.4.2006 in der Aula des LI zusammen, um sich über Funktionsweise und Erfolge zweier neuer Instrumente zur demokratischen Schulentwicklung zu informieren.

Zwei Schüler des Otto-Nagel-Gymnasiums in Berlin-Biesdorf  waren mit ihrem Schulleiter, Lutz Seele, und dem Schulentwicklungsberater Dr. Marcus Hildebrandt auf Einladung des Referats Gesellschaft aus Berlin angereist, um das Produkt ihrer Schülerfirma 'ONO-Systems' vorzustellen: eine Software zur Selbstevaluation der Schule durch Schülerfeedback. Die Schüler ließen ihr hochleistungsfähiges Instrument, das in schnellster Zeit Hunderte von digitalen "Fragebögen" aufnehmen und in einer Grafik auswerten kann, direkt vom begeisterten Publikum testen. Die beeindruckende Erfindung, die preisverdächtig im "Jugend forscht"–Wettbewerb sein dürfte, ist das Ergebnis eines demokratischen Schulentwicklungsprozesses durch das Instrument der Aushandlungsgruppe des Otto-Nagel-Gymnasiums.
 

Die Aushandlungsgruppen, so erläuterte der Schulentwicklungsberater Hildebrandt, sind paritätisch zusammengesetzte Arbeitsgruppen aller Beteiligten einer Schule: Schüler, Lehrer, Eltern und auch die sonstigen Mitarbeiter einer Schule. Sie beruhen auf freiwilliger Mitarbeit ihrer Teilnehmer, sind nicht mit Gremien zu verwechseln, sondern arbeiten diesen zu, indem sie Vorschläge zur Problemlösung und zur Lösung von Entwicklungsaufgaben – wie etwa die Formulierung eines Schulleitbilds  - unter den Gruppen einer Schule aushandeln. Wichtig ist dabei die Rolle einer Beratung von außen, die professionell bei der Aushandlung hoch konsensfähiger Lösungen hilft. Die Vorschläge der Aushandlungsgruppe werden nach einer breiten Diskussion der Schulgemeinde meist von den Gremien in Beschlüsse verwandelt. Der große Erfolg in der Umsetzung der Entwicklungsmaßnahmen liegt in deren Zustandekommen als Produkt eines von allen funktionalen Gruppen getragenen aktiven Prozesses, in dem alle Stimmen ernst genommen werden.


 Auch in Hamburg gibt es an einzelnen Schulen eine Kultur des Schülerfeedbacks, vor allem an beruflichen Schulen. Schon die Ausgabe der Zeitschrift 'Hamburg macht Schule' 05 / 2003 war mit mehreren Aufsätzen und Berichten dem Thema Schülerfeedback gewidmet. Ein Teil dieser Texte kann vom Hamburger Bildungsserver herunter geladen werden http://www.hamburger-bildungsserver.de/innovation/thema/feedback/ oder im Landesinstitut beim Referat Gesellschaft gedruckt bestellt werden.

Die ONO-Schülerfirma http://www.ono-systems.de ist unter erreichbar und vermittelt auf Anfrage gerne die Software zum Schülerfeedback sowie Beratung und Unterstützung.

Bericht: Lisa Rosa  

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LI unterstützt Einsatz der STEP-21-Box [Zukunft: Identität]

Gemeinsam mit der Jugendinitiative STEP 21 führte das Landesinstitut für Lehrerbildung mehrere Einführungsveranstaltungen zur innovativen Medienbox durch. Über 150 Schulen in Hamburg haben die Box [Zukunft : Identität] kostenfrei erhalten. Die Finanzierung übernahmen die in der Handelskammer Hamburg organisierten Unternehmen.

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Von der polnischen Demokratiebewegung lernen

Unter diesem Titel fand am 24. Februar 2006 in der Aula des Landesinstituts eine Veranstaltung statt, die in Zusammenarbeit mit dem Generalkonsulat der Republik Polen und der Deutsch-Polnischen Gesellschaft durchgeführt wurde. Der Tag bildete zugleich den Abschluss eines mehrtägigen Kollegen-Besuchs aus Polen: unter der Leitung von Direktor Mirosław Sielatycki war eine Gruppe von Expertinnen des nationalen Lehrerfortbildungsinstituts CODN aus Warschau am Landesinstitut zu Gast.

 Ziel der Veranstaltung war es, den Kontakt zwischen Hamburger und polnischen Schulen zu fördern und Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler zur Kontaktaufnahme mit den polnischen Gästen anzuregen. Die Vizepräsidentin der Bürgerschaft, Frau Barbara Duden, die CODN-Delegation, Gäste aus der polnischen "Community" in Hamburg sowie über 50 Schülerinnen und Schüler verschiedener Hamburger Schulen nahmen daran teil. Nach einer charmant-humorigen Eröffnungsrede durch den polnischen Generalkonsul Jan Granat wurde der Film "Generation 89" vorgeführt. Dieser Film, der zeigt, wie eine junge demokratische Opposition vor 1989 mit Witz, List und politischer Kreativität gegen das Kriegsrecht des Jaruzelski-Regimes kämpft, löste bei den Besuchern immer wieder Heiterkeit, aber auch Nachdenklichkeit und Betroffenheit aus. Das Referat Gesellschaft empfiehlt ihn zum Einsatz im Poli­tik-sowie Geschichts- und Musikunterricht.

Höhepunkt der Veranstaltung war dann der Vortrag des polnischen Historikers Prof. Włodzimierz Borodziej, der ein differenziertes Bild von vier polnischen Generationen entwarf und die im Film gesehenen Aktionen aus dieser Optik verständlicher machte. Im Gespräch mit ihm sowie mit dem Hamburger Historiker Bodo von Borries und dem Polnischstudenten Jakob Sierakowski ging es dann um die Frage der unbefangenen Annäherung zwischen Deutschen und Polen trotz der Erblast der Nazi-Verbrechen in Polen zwischen 1939 und 1945.

Ausklang des Tages bildeten die Eröffnung der Foto-Ausstellung "Tage der Solidarität" durch Vizekonsul Marek Gluszko und daran anschließend der Erfahrungs- und Meinungsaustausch zwischen den Gästen im Bistro des Landesinstituts. Auf diese Weise konnten zahlreiche neue Kontakte geknüpft werden, die hoffentlich einem regen Schulenkontakt zugute kommen werden.  

Kurt Edler  

 

Wolfgang Edelstein ermuntert zur Suche nach Bündnispartnern im Ringen um die Ziele demokratischer Erziehung

Demokratieerziehung in Hamburg

 

Eine engagierte Diskussion löste die Eröffnungsveranstaltung zur Fachtagung "Demokratieerziehung in Hamburg" am 25. 10. 2005 aus. Der Bildungsjournalist Reinhard Kahl befragte in der Reihe ÜBERGÄNGE den Berliner Prof. Dr. Dr. Wolfgang Edelstein vom BLK-Programm "Demokratie lernen und leben" zu seinen Erfahrungen mit Demokratie und Schule.

Edelstein, Jahrgang 1929, erlebte als jüdischer Auswanderer mit seiner Familie in Island ein ganz anderes Schulsystem. Nach dem Ende des Hitlerregimes machte er in den fünfziger Jahren Bekanntschaft mit der Odenwaldschule, einem Landerziehungsheim an der Bergstraße. "Die wahrscheinlich radikalste Reformschule, die es damals in Deutschland gab", sagte er, um dann den Wert einer Schule zu unterstreichen, die "keine Exklusion, keinen Ausschluss kennt", weder aus rassistischen oder anderen Motiven noch aus Leistungsgründen. Und darin sieht Edelstein, Mitgründer und heute Emeritus des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung, das Haupthindernis für die Erziehung zur Demokratie in Deutschland: ein gegliedertes Schulwesen betreibt frühe Selektion und bringt Kindern bei, Bildungsunterschiede genauso als schicksalhaft zu betrachten wie die Verteilung gesellschaftlicher Chancen - anstatt in der individuellen Verschiedenheit gerade einen Reichtum und Entwicklungspotenziale für die ganze Gesellschaft zu sehen. "Das Problem der Deutschen", sagt er, "ist, dass ihre Politiker die Gesellschaft nur aus der Gymnasialperspektive betrachten, weil sie selber alle vom Gymnasium kommen." 

Im zweiten Teil der Veranstaltung schilderten zahlreiche Teilnehmer/innen die Blockaden, die heute die demokratische Kultur in den Schulen erlebt, aber auch die Fortschritte, die sie macht. Den verzweifelten Einzelkämpfern unter den etwa 100 Anwesenden schreibt Edelstein ins Stammbuch:

"Für eine demokratische Schule, die nicht separiert, sondern für alle Kinder offen ist, müssen Sie sich Verbündete suchen - allein kämpfen ist absolut tödlich."  

Bericht: Kurt Edler