Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung in Hamburg
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Informationen

 

Projekt PriMa

PriMa ist eine Maßnahme zur Weiterentwicklung des Mathematikunterrichts in der Grundschule, welche 1999 ins Leben gerufen und vom Fachreferat Mathematik des Amtes für Schule betreut wird.

Bestandteile von PriMa sind:

- das sogenannte Uni-Projekt: Begabtenforschung und Begabtenförderung Grundschule (Kl.3/4) an der Universität Hamburg

- die Mathematikzirkel Kl.3/4: regionale Mathematikzirkel für mathematisch besonders interessierte Schülerinnen und Schüler und

- die Qualifizierungsmaßnahme Mathematik-Moderatoren: Schulinterne Fortbildung Mathematik Grundschule Kl.1-4


Uni-Projekt

Im Rahmen einer Kooperation zwischen der Arbeitsgruppe für Begabungsforschung und Begabtenförderung an der Universität Hamburg, der William-Stern-Gesellschaft und der Beratungsstelle besondere Begabungen der BBS werden seit 1999 mathematisch besonders begabte Kinder der dritten und vierten Klassen-, an der Universität gefördert. Zur Talentsuche werden Mathe-Treffs für Mathe-Fans angeboten, die für alle Kinder offen stehen, die ein großes Interesse an der Mathematik haben und deren mathematischen Leistungen daran denken lassen, dass sie auch in einer höheren Klasse gut mitarbeiten könnten. Alle Hamburger Grundschulen erhalten zu Beginn des Schuljahres Informationen, die sie an die Eltern weitergeben. Diese melden ihre Kinder an. Das Interesse ist enorm: bisher nahmen in sieben Durchgängen etwa 2600 Schülerinnen und Schüler an einem Schnupperwochenende, einem - Mathe-Treff für Mathe-Fans -, an der Universität teil. Diese Treffs sollen zeigen, welche Schülerinnen und Schüler mit Spaß und Ausdauer dabei sind, wie sie im Umgang mit mathematischen Aufgabenstellungen Vermutungen formulieren, überprüfen, vielleicht verwerfen und neue entwickeln. Sie sollen selbst feststellen, ob sie bereit sind, an anschließenden Testungen teilzunehmen. Nicht leicht ist dann die Frage zu beantworten, welche 40-50 Schülerinnen und Schüler aus dieser Gruppe zur Teilnahme an einem Förderkonzept eingeladen werden, das an der Universität Hamburg durchgeführt wird. Da keine Talentsuche alle Widrigkeiten ausschalten kann, werden auch zu späteren Zeiten Möglichkeiten für Quereinsteiger gegeben. Insgesamt wurde bisher in sieben Durchgängen etwa 350 Kindern ein Platz angeboten. http://www.erzwiss.uni-hamburg.de/Personal/nolte/Arbeitsbereiche/PriMa/prima.html


Schülerzirkel

Was passiert mit allen übrigen Kindern? Auch sie haben schließlich ein großes Interesse daran bekundet, über den Unterricht hinausgehend mathematische Probleme zu bearbeiten. Für diese Kinder und für alle, die einfach Freude an der Mathematik haben, wurden an vielen Hamburger Schulen so genannte Mathezirkel eingerichtet. Durchschnittlich werden 60 Zirkel angeboten, die in der Regel zweimal monatlich nachmittags stattfinden. Ob eine Schule einen Zirkel einrichtet, hängt von der Bereitschaft einzelner Kolleginnen und Kollegen ab, einen solchen Zirkel im Nebenamt zu betreuen. Sollten eine Schule oder einzelne Kolleginnen und Kollegen Interesse an der Einrichtung eines Mathezirkels haben, wird die Kontaktaufnahme mit dem Fachreferat Mathematik, Tel 42863 33 64, empfohlen. Die Erfahrungen in der Zirkelarbeit haben gezeigt, dass es eine Vielzahl von Schülerinnen und Schülern gibt, die in ihrer Freizeit begeistert die Schule aufsuchen, um gemeinsam mit anderen an mathematischen Aufgaben zu arbeiten. Die Zahl der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler ist auch hier zunehmend und liegt pro Zirkel durchschnittlich bei 12 Schülern; wobei auch die Zirkel überwiegend von Jungen besucht werden. In jedem Zirkeltreffen werden unter anderem die Probleme des Monats thematisiert, welche die Zirkelleiterinnen und -leiter in einer Fortbildung am Landesinstitut erhalten oder gemeinsam entwickeln. http://www.mint-hamburg.de/PriMa/prima.html

Mathematik-Moderatoren/innen

Die ersten Mathematik-Moderatoren (MMod 1) starteten im Schuljahr 2000/01 in eine zweijährige Qualifizierungsmaßnahme. Nun sind bereits fünf Qualifizierungsphasen abgeschlossen. Die MMod 1-6 erproben im Schuljahr 07/08 erworbene Kompetenzen schulintern bzw. im regionalen Umfeld und geben diese an Kolleginnen und Kollegen weiter. Somit werden Hamburger Grundschulen (Klasse 1-4) mit Schuljahresbeginn durch den Einsatz von MMod systematisch darin unterstützt und begleitet, Standards im Mathematikunterricht zu sichern und die Qualität des Unterrichts weiter zu entwickeln. Die Angebote der PriMa-Moderatoren richten sich an Schulen als System - an Kollegien, Teams und einzelne Lehrer/innen sowie Schulleiter/innen, die den Mathematikunterricht an Grundschulen mitgestalten.

Ziel der Moderatorentätigkeit ist es, durch schulinterne Mathematik-Fortbildung die Qualität des Mathematikunterrichts zu verbessern: Schulen und Kollegien erfahren in dem Prozess intensive Beratung und Fortbildung, Veränderungstendenzen im Mathematikunterricht umzusetzen und Qualität weiter zu entwickeln. Für diese Entwicklungsarbeit stehen den Schulen im Schuljahr 07/08 schulintern ca. 150 MMod zur Seite. In kleinen Organisationseinheiten ( Jahrgangsgruppen, Fachteams, ...) in der eigenen Schule sollen sich Kooperationsstrukturen entwickeln können. Eine veränderte Lern- und Kommunikationsstruktur ( z.B. zum Thema Lernbuchauswahl, Vergleichsarbeit, Diagnostik, Standards,...) ermöglicht die Weiterentwicklung der eigenen Schule im Fach Mathematik und die fachliche Zusammenarbeit von Grundschulen in der Region.

Ein Bestandteil des schulinternen MMod-Angebots ist es, aufbauend auf eine Bedarfsabfrage im Kollegium Fortbildungen zu den "fünf Ideen des Rahmenplans" durchzuführen. Ein umfangreiches Fortbildungsnetz wird daraus resultierend regional geöffnet angeboten. Verbindliche Inhalte der Grundschulmathematik werden durch konkrete Unterrichtsbeispiele und Lernsituationen thematisiert. Fragestellungen zum Umgang mit schwachen und leistungsstarken Schülern/innen, der Einsatz von bewährtem Anschauungsmaterial und Veränderungstendenzen der Mathematik in der Grundschule ( Problemhaltige und offene Aufgabenstellungen, ...) sind eingebunden.

Vielerorts gelingt es den MMod bereits Kollegien jahrgangsstufenintern in den fachdidaktischen Dialog zu begleiten. Fragen zur gemeinsamen Entscheidung für ein Mathematikbuch, zur zentralen Vergleichsarbeit, Bewertung und Erstellung von Arbeiten, Gewichtung der verbindlichen Bereiche Arithmetik, Sachrechnen, Geometrie, die Durchführung von Projekten, die Einrichtung von Lernwerkstätten und die Mathematiksammlung einer Schule erfahren eine wachsende sich verändernde Lern- und Kommunikationsstruktur.

Die langjährigen Erfahrungen zeigen ferner, dass Kollegen/innen begrüßen, dass schulintern ein Ansprechpartner für das Fach Mathematik im Anfangsunterricht benannt und qualifiziert ist. Nicht nur bei fachfremd unterrichtenden Kollegen/innen ist das Interesse besonders hoch, Unterstützung beim Auftreten von Rechenschwierigkeiten und Rechenbegabung zu erfahren. Einzelne Schüler werden im Unterricht beobachtet, um Lerntypen und Lernhürden zu erkennen. Zu häufig werden Lernschwierigkeiten /-begabungen zu spät oder gar nicht erkannt. Die MMod führen auf Anfrage schulintern Lernbeobachtungen im Einzelfall durch. Daraus ergeben sich häufig Themen für sich anschließende Fortbildung im Kollegenkreis oder notwendige fachdidaktische Beratung. Sowohl verzögert lernende Kinder als auch überdurchschnittlich lernende Schüler brauchen Mathematiklehrer/innen, die verschiedene methodische Stufungen des Lernens beherrschen, um intensiv Differenzierung anzubieten.


Im Jahre 2007 wird es in Hamburg ein Mathematik-Moderatoren-Netz geben, dass sich zu einem regionalen System entwickelt. Die MMod ( max.150 ) werden im System Schule teilnehmerorientiert, für die schulinternen oder auch zum Teil regionalen Fragestellungen zur Mathematikdidaktik arbeiten. Das Entwicklungskonzept für die Fortbildungen wird in ständiger Abstimmung mit den MMod-Gruppen 1-6 und dem Beratungsfeld Mathematik des Li-F gestaltet werden.

Um flächendeckend mit Mathematik Moderatoren arbeiten zu können, wäre es wünschenswert, wenn sich für weiteren Qualifizierungsgruppen (MMod 9) Kollegen/innen aus bisher schwächer vertretenden Regionen bewerben würden. Bitte beachten Sie dann die erneute Ausschreibung im Frühjahr 2008. Inhaltliche Fragen richten Sie bitte direkt an das Beratungsfeld Mathematik Grundschule.


Brigitta Hering Benedikt Rocksien (Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung, Hamburg)

Prof. Dr. Marianne Nolte Prof. Dr. Günter Krauthausen (Wissenschaftliche Begleitung, Universität Hamburg)