Interaktive Whiteboards

Ein Überblick über den Einsatz interaktiver Whiteboards an Hamburger Schulen
Übersicht:
- Begriffserklärung
- Das Projekt "Interaktive Whiteboards im Unterricht"
- Das Sonderinvestitionsprogramm "Hamburg 2010"
- Gelingensbedingungen für den erfolgreichen Einsatz
- Vorüberlegungen vor der Anschaffung
- Auswahlkriterien
- Beratung und Beschaffung
- Unterstützungsangebote des Referats Medienpädagogik
1. Begriffserklärung
Interaktive Whiteboards sind elektronische Tafeln, die in Kombination mit Rechner und Beamer die Möglichkeiten der herkömmlichen Tafel um viele Funktionen erweitern. Alle Funktionen lassen sich ohne Unterbrechung von der Tafel aus steuern, sei es der Zugang zum Internet, das Einbinden von Filmen oder das Aufrufen bereits gespeicherter Tafelseiten. In über 50 Hamburger Schulen sind seit einigen Jahren interaktive Whiteboards im Einsatz.
2. Das Projekt "Interaktive Whiteboards im Unterricht" (2005 - 2006)
In einem über 2 Jahre andauernden PPP-Projekt unter Beteiligung der Behörde für Bildung und Sport und SMART Technologies wurde überprüft, welche Auswirkungen der Einsatz der Boards auf den Unterricht hat. An dem Projekt waren 39 Schulen aller Schulformen mit über 100 Smartboards beteiligt. Eine im Dezember 2006 durchgeführte Evaluation ist von der Abteilung Qualitätsentwicklung und Standardsicherung des LI ausgewertet worden. Die Antworten der Online-Befragung der drei verschiedenen Gruppen Schulleitungen, Lehrer und Schüler ergab eine breite Zustimmung zum Projekt, die bei etwa 85 % lag.
Ergebnisse (Auszug):
- Die Installation der Boards und Nutzung der Software verliefen problemlos.
- Ein Großteil der Lehrer nutzt die Software zur Unterrichtsvorbereitung, aber die gespeicherten Tafelbilder werden nicht in allen Schulen weiter genutzt, Schüler haben teilweise keinen Zugriff auf Software und Materialien aus dem Unterricht.
- Die Möglichkeiten der Software werden erst nach längeren Schulungsphasen ausgeschöpft.
- Alle Beteiligten schätzen am Whiteboard, dass der Unterricht abwechslungsreicher gestaltet werden kann, Zusammenhänge besser aufgezeigt werden können und die Tafelbilder besser werden.
- Der weitaus größte Teil der Beteiligten gab an, durch den Einsatz des Boards hoch motiviert zu sein und mehr Spaß am Unterricht zu haben.
Ausführlichere Ergebnisse erhalten Sie hier:
Den ausführlichen Evaluationsbericht mit dem Zahlenmaterial können Sie mit einem kurzen Hinweis zur Person/Institution und dem Verwendungszweck anfordern: michael.weisser@li-hamburg.de
3. Das Sonderinvestitionsprogramm "Hamburg 2010"
Der Hamburger Senat hat am 06.02.07 das
Sonderinvestitionsprogramm "Hamburg 2010" beschlossen. Danach werden in
den nächsten vier Haushaltsjahren zusätzliche Mittel für die
Modernisierung der Medienausstattung der Hamburger Schulen zur
Verfügung stehen. 16,7 Millionen Euro werden für die schulinterne
Vernetzung, weitere 5,6 Millionen Euro für interaktive Medien bereit
gestellt. Es eröffnet sich für Schulen hiermit die Möglichkeit, einen
Teil der Gelder für interaktive Whiteboards zu verwenden. Vorrausetzung ist die Erstellung eines Medienentwicklungsplans.
4. Gelingensbedingungen für den erfolgreichen Einsatz
Damit der Einsatz der Boards erfolgreich verlaufen kann, müssen ein paar Grundvoraussetzungen gegeben sein:
- Es muss eine zuverlässige IT-Infrastruktur vorhanden sein.
- Es muss eine Fortbildung der Lehrer erfolgen, sowohl in der Nutzung der Technik als auch in der Nutzung, Anpassung und Weiterentwicklung der Inhalte.
- Bei der Fortbildung ist es wichtig, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, in welchen Phasen des Unterrichts der Einsatz des Boards sinnvoll ist.
- Die Nutzung der interaktiven Whiteboards muss in die Unterrichts- und Schulentwicklung eingebunden sein, am besten über einen Medienentwicklungsplan.
- Board und Beamer sollten fest installiert sein (optimal höhenverstellbar).
- Es sollte ein Schutz vor Diebstahl und Beschädigungen vorhanden sein.
- Es sollte auf ein funktionierendes Unterstützungssystem geachtet werden, sowohl finanziell, technisch wie auch inhaltlich.
- Die Software sollte allen Beteiligten, Lehrern wie Schülern, zur freien Verwendung auf den häuslichen PCs zur Verfügung gestellt werden.
- Zum Austausch der Inhalte sollte eine internet-basierte Plattform genutzt werden.
5. Vorüberlegungen vor der Anschaffung
- Auswahl des Standorts
- Mobile oder feste Lösung
- Höhenverstellung
- Technische und räumliche Voraussetzungen
- Unterstützungssystem
- Anfallende Kosten
- Schutz vor Diebstahl und Beschädigungen
- Produktauswahl
Wegen der hohen Anschaffungskosten neigt man dazu, Whiteboards in Computer- oder Fachräume einzubinden. Die besten Erfahrungen erzielt man aber beim Einsatz im Klassenraum.
Mobile oder feste Lösung
Ein mobiles Board je Schule kann hilfreich sein. Die Erfahrungen haben aber gezeigt, dass mobile Boards wegen des erhöhten Zeitaufwands zur Inbetriebnahme, Ausrichtung und Kalibrierung seltener genutzt werden.
Höhenverstellung
Gerade, wenn ein Raum von unterschiedlichen Gruppen verschiedener Alterstufen genutzt wird, empfiehlt sich eine Höhenverstellung. Die Kosten liegen ca. bei 700 Euro.
Technische und räumliche Voraussetzungen
Der Raum sollte über einen Internetanschluss und einen fest installierten Beamer verfügen. Dieser sollte am besten am Board integriert oder aber an der Decke angebracht sein, da sonst der Schattenwurf und das blendende Licht des Beamers stören.
Unterstützungssystem
Ein funktionierendes Unterstützungssystem, technisch wie inhaltlich, muss von Anfang an mit bedacht werden. Die erforderlichen Ressourcen müssen hierfür bereit gestellt werden.
Anfallende Kosten
Ein Board kostet derzeit etwa 1500.- Euro, hinzu kommen Kosten für Beamer und Installation des Beamers, sodass in etwa mit 2500.- Euro gerechnet werden muss. Bei einer Garantiezeit von 2000 - 5000 Stunden auf die Beamerlampe sind Gelder für den Lampenersatz bereit zu halten. Die Kosten für eine Ersatzlampe liegen derzeit bei etwa 250.- Euro.
Die Kosten für ein integriertes System liegen derzeit zwischen 2500.- und 3500.- Euro. Hierbei entfallen aber die Kosten für die Installation des Beamers.
Bei den Preisunterschieden gilt es auch darauf zu achten, welche Unterstützungsleistungen gewährt werden.
Schutz vor Diebstahl und Beschädigungen
Man sollte die Möglichkeit des Diebstahls des Beamers von Anfang an berücksichtigen. Boards mit integriertem Beamer scheinen eine Lösung zu sein, da der Beamer nicht aus dem System herausgelöst werden kann. Beschädigungen ergeben sich in der Regel nur durch Verwendung falscher Stifte. Daher sollte das Board Ihrer Wahl eine spiegelfreie Oberfläche haben, die sich leicht reinigen lässt.
Produktauswahl
Es gibt derzeit eine Reihe von Herstellern, wobei nur wenige den Anforderungen von Schule voll gerecht werden. Es gibt verschiedene Verfahren, am gebräuchlichsten sind drucksensitive oder elektro-magnetische Boards. Der große Unterschied zeigt sich im Umfang der Software. Optimal ist nach dem Stand der Technik derzeit ein höhenverstellbares Board mit integriertem Beamer.
6. Auswahlkriteren
Die pdf-Datei enthält Auswahlkriterien, die bei einer Beschaffung eines interaktiven Whiteboards berücksichtigt werden sollten.
7. Beratung und Beschaffung
Das Referat Medienpädagogik kann Sie ausführlich beraten und Ihnen
Kontaktadressen nennen. Beachten Sie bitte, dass vor einer Erstbestellung einer
Schule ein Beratungsgespräch mit uns stattgefunden haben sollte.
Mittel hierfür werden über das Sonderinvestitionsprogramm SIP 2010 bereitgestellt, in Einzelfällen ist auch eine Bestellung über das Projekt "Innovative Medienausstattung in Schulen" möglich. Dafür haben Hamburger Schulen gemäß Ausschreibung zwei verschiedene Hersteller zur Auswahl. Die zentrale
Ansprechpartnerin hierfür ist Frau Ingeborg Traub (Tel: 42801 - 3636).
8. Unterstützungsangebote des Referats Medienpädagogik
Das Referat Medienpädagogik bietet Ihnen:
- Beratung bei der Produktauswahl und der Beschaffung,
- Fortbildungen (terminiert und auf Nachfrage auch an Ihrer Schule),
- eine Mailingliste, um Sie mit aktuellen Informationen versorgen zu können,
- eine Plattform mit Links, Unterrichtsbeispielen und einem Forum.
